Projekte

Mongolei

Aktiv

Telepathologie

In einem Land wie der Mongolei sind Ärzte auf dem Land auf Grund der geographischen Lage (großes Land, dünn besiedelt, kaum Straßen) sehr isoliert und sind in schwierigen Fällen oft sich selbst überlassen.

Mitglieder von One World Medical Network haben 2008 zusammen mit den Swiss Surgical Teams mit Unterstützung der Schweizer DEZA ein Telemedizinsystem aufgebaut, welches diesen Ärzten beim Diagnostizieren und bei klinischen Entscheidungen hilft. Inzwischen sind alle 21 Aimak Krankenhäuser mit Krankenhäusern in der Hauptstadt Ulaanbaator über Internet mit der Telemedizinplattform CampusMedicus verbunden.

Bisher wurden mehr als 30.000 Patientenfälle diagnostiziert. Patienten die an Tumorerkrankungen leiden, Babies bei denen Verdacht auf Hüftdysplasie besteht, Frauen die zur Gebärmutterkrebsvorsorge kommen, alle können von Experten richtige Diagnosen bekommen.

Mitglieder von OWMN sind auch bei Projekten in der Mongolei, die von der UNFPA, dem Lux Dev Projekt und dem Millennium Challenge Account durchgeführt werden, beratend tätig.

Armenien

Aktiv

Teleradiologie

Armenien wurde durch das Erdbeben von 1988 sehr geschwächt. 1991 brach die Sowjetunion zusammen. Dies wirkte sich negativ auf die Wirtschaft des Landes aus. Der Staat wendet weniger als 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auf.

Die medizinische Versorgung und die Ausbildung der Ärzte in Armenien sind häufig mangelhaft. Dies zeigt sich vor allem in der unzulänglich vorhandenen medizinischen Ausstattung. Dies gilt für Krankenhäuser in Yerewan, aber noch vielmehr für die Orte Vanadzor und Gumry sowie für die ländliche Gegend. Viele Armenier haben nicht das Geld, die Behandlung durch einen Arzt zu bezahlen. Eine private Krankenversicherung ist für viele Armenier unerschwinglich.

Mitglieder von One World Medical Network haben 2010 zusammen mit dem Pathologen Prof. Dr. med. Martin Oberholzer ein Telemedizinsystem in Armenien aufgebaut, welches den Ärzten beim Diagnostizieren und bei klinischen Entscheidungen hilft. Das Arabkir Krankenhaus in Yerewan sowie die Krankenhäuser in Vanadzor und Gumry wurden mit Computern, Mikroskopen, Lichttischen für Röntgenaufnahmen und Kameras ausgestattet. Diese Ausstattung in Verbindung mit der Telemedizin Plattform CampusMedicus ermöglicht es den Ärzten, sich untereinander in Armenien zu vernetzen sowie Diagnosen von internationalen Radiologen und Pathologen einzuholen.

Mosambik

In Vorbereitung

Teleneurologie

Pädiatrische Neurologie (Kinderneurologie) ist ein komplexer interdisziplinärer Bereich, der in den unterversorgten Entwicklungsländern kaum vertreten ist. Die Pädiatrische Neurologie beschäftigt sich klinisch und wissenschaftlich mit allen akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen des Kindesalters. Dies umfasst unter anderem Diagnostik und Therapie bei Kindern.

Der Schwerpunkt liegt bei folgenden Erkrankungen

  • infektiöse Erkrankungen, die das Gehirn treffen, wie bakterielle oder virale Meningitis/Encephalitis
  • cerebrale Malaria
  • tuberkulöse Meningitis
  • HIV/AIDS
  • Epilepsien (in Afrika häufiger als bei uns)
  • Cerebralparesen (= spastische Bewegungsstörungen nach Schädigungen in der frühen Kindheit)

Im Rahmen des Projektes werden dem Kinderkrankenhaus Beira Geräte für die Teleneurologie, Telepathologie und Teleteaching zur Verfügung gestellt. Diese Geräte ermöglichen die Aufnahme von digitalen Bildern. Mit Hilfe einer Telemedizinplattform können die Ärzte aus Beira schwierige Patientenfälle mit deutschen Ärzten austauschen. Diagnosen stehen innerhalb kurzer Zeit für weitere Behandlungen zur Verfügung. Ärzte aus Mosambik werden über die Telemedizinplattform und das eingebaute Teleteachingmodul an Vorlesungen mit Expertenärzten teilnehmen. Schwierige Patientenfälle werden live diskutiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht es den Ärzten aus Mosambik, am Fall selbst Erfahrung zu sammeln und learning-by-doing zu praktizieren. Ärzte der LMU werden immer wieder nach Beira reisen, um vor Ort mit den Ärzten zu arbeiten und sie anzuleiten.

Partner von OWMN bei diesem Projekt sind

  • LMU München, Klinikum der Universität München, Pädiatrische Neurologie
  • Universität Beira, UCM, Mosambik
  • Kinderkrankenhaus Beira, Mosambik

Ghana

In Vorbereitung

Telepathologie und Telezytologie

Gebärmutterhalskrebs ist eine vermeidbare Erkrankung.

Die häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV), der meist sexuell übertragen wird. Gebärmutterhalskrebs ist der Krebs der bei Frauen in Ghana am häufigsten vorkommt. Er ist die Ursache für den vorzeitigen und qualvollen Tod der Frauen.

In Ghana gibt es, anders als in Deutschland, keine regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen von Frauen. Aufgrund dieser Tatsache, werden die Patientinnen erst im fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung diagnostiziert. Dies ist meist zu spät für eine Behandlung. Das hohe Vorkommen von HIV Erkrankungen verschärft die Situation noch, denn HIV-positive Frauen erkranken 4-5 mal häufiger an Gebärmutterhalskrebs als HIV-negative Frauen.

Laut einer WHO-Studie gibt es in den Entwicklungsländern einen Mangel an ausgebildetem Gesundheitspersonal. Die Ausbildung der mittleren Ebene des medizinischen Personals ist eine Lösung um diesen Mangel an Ärzten in ländlichen Gebieten zu verringern.

Deshalb wird der Hauptteil unserer Projektarbeit in Ghana die Lehre von medizinischem Personal und Ärzten, vor allem in ländlichen Gebieten sein. Sie werden vor allem in der Erkennung von Gebärmutterhalskrebs unterrichtet werden. Da in den ländlichen Gebieten kaum Laborgeräte verfügbar sind, werden unsere Ärzte mit der vorhandenen Laboreinrichtung arbeiten. Unser Ziel ist es zu zeigen wie man mit den vorhandenen Mitteln einfach und schnell Diagnosen erstellen kann. Unser Ziel ist es keine Abhängigkeit von westlichen Materialien und Laboreinrichtungen zu erzeugen. Dies garantiert die Nachhaltigkeit des Projekts.

Im Rahmen der Projektarbeit werden Krankenhäuser Ausrüstung für Telepathologie und Teleteaching erhalten. Diese Geräte ermöglichen die Aufnahme von Bildern mit einem Mikroskop sowie die Projektion von Bildern zu Lehrzwecke. Mit Hilfe einer Telemedizin-Plattform, kann das medizinische Personal und die Ärzte aus Ghana schwierige Patientenfälle mit Ärzten des OWMN austauschen und diskutieren. Diagnosen stehen innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung. Ärzte aus Ghana nehmen an Live Vorlesungen teil. Schwierige Patientenfälle werden live diskutiert. Dieses Verfahren ermöglicht den Ärzten aus Ghana, durch problembasiertes Lernen ihr Wissen zu erweitern. Ärzte des OWMN werden nach Ghana in fahren um dort die Ausbildung des Gesundheitspersonals und der Ärzte zu ergänzen.

Partner dieses Projektes sind

  • Ärzte des OWMN Vereins
  • Ärzte des Korle Bu Teaching Hospitals (Accra)
  • Ärzte des Central Regional Hospitals (Cape Coast)
  • Ärzte des Volta Regional Hospitals (Ho)
  • Ärzte des Catholic Hospitals (Battor, Volta Region)

Foto von Terrie Schweitzer