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16.02.2015

Unterstützung bei Ärztemangel auf dem Land

Telemedizin aus Deggendorf hilft in der Mongolei

Deggendorf. Mikronesien, Armenien, Mongolei, Ghana und Mosambik: All diese Länder hängen mit Deggendorf zusammen. Sie sind vernetzt mit der Medizin-Plattform von One World Medical Network (OWMN), einem gemeinnützigen Verein in Deggendorf. Über diese Plattform werden komplizierte Diagnosen gestellt, holen sich Ärzte oder Krankenschwestern Rat von Kapazitäten ihres Fachs, die ehrenamtlich ihr Wissen weltweit zur Verfügung stellen. Anneliese Schmaus-Klughammer, die Vorsitzende des Vereins, berichtete im Klosterhof, wie diese Konsultationen unter Medizinern funktionieren und wie das Ganze angefangen hat. Da war die Firma Klughammer, ein Software-Unternehmen, das seit etlichen Jahren in Deggendorf sitzt und hier schon den Innovationspreis der Stadt bekommen hat. Und da waren Schweizer Ärzte, die in der Mongolei ein Entwicklungshilfeprojekt aufbauen sollten. Die wandten sich an die Klughammers und ließen sich ein maßgeschneidertes Programm entwickeln. Seitdem sind die mongolischen Ärzte nicht mehr allein. Auf einer Fläche, viermal zu groß wie die Bundesrepublik, leben 1,2 Millionen Menschen. Noch einmal so viel, wohnen in der Hauptstadt Ulaan Baatar. Zwei Menschen auf einem Quadratkilometer – da kann man sich vorstellen, wie weit der nächste Arzt weg ist. Alle medizinischen Hilfskräfte tragen da große Verantwortung. Mit Hilfe der Telemedizin können Hebammen und Krankenschwestern die Ärzte in der fernen Hauptstadt fragen, was zu tun ist. Oder die Ärzte beraten sich mit Kollegen in Deutschland. Laborwerte, Ergebnisse mikroskopischer Untersuchungen oder Bilder von erkrankten Menschen werden übers Internet vermittelt. Die Sache läuft so gut, dass die Mongolei das Programm nach Auslaufen des Hilfsprojekts übernommen hat. Zur Schulung der Mediziner an der Software fliegt Elias Klughammer immer wieder nach Ulaan Bataar, Ärzte aus der Mongolei waren schon wiederholt in Deggendorf.

Inzwischen hat sich der Inselstaat Mikronesien die virtuelle Verstärkung der medizinischen Versorgung im Land geholt. Tausende von Inseln – viele ohne Arzt – sind damit an das medizinische Wissen der Welt angeschlossen. Der Austausch von Krankendaten erfolgt anonym, damit der Datenschutz gewährt bleibt. Untersuchung von Neugeborenen, Diagnosen bei Hauterkrankungen – alles ist möglich. Das nutzt man auch in Ghana und Mosambik in Afrika, gleichfalls Länder mit viel zu wenigen Ärzten auf dem Land. Hier untersuchen vor allem Hebammen und Krankenschwestern die Frauen nach Krebs, schicken die Ergebnisse ihrer Untersuchung per Internet ins nächste Krankenhaus. Nur wenn sich ein Befund zeigt, müssen die Frauen den weiten Weg ins nächste Klinikum machen.

Der kurzweilige Vortrag von Anneliese Schmaus-Klughammer führte schließlich zu einer regen Diskussion, zu Fragen nach den Kosten etwa. Da erfuhr man, dass sogar der ADAC diese Möglichkeiten der Telemedizin nutzt, wenn Deutsche bei einem Auslandsaufenthalt verunglücken. Über das Internet lassen sich Röntgenbilder schnell übermitteln. Das beschleunigt die Entscheidung, ob der Patient transportfähig ist oder nicht, um Tage. Früher wurden die Diagnoseergebnisse mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht.

Die Frage, ob die Telemedizin auch die Antwort auf den drohenden Ärztemangel in Grenzgebieten ist, konnte Anneliese Schmaus-Klughammer schnell beantworten: In Deutschland ist Fernbehandlung verboten. Aber derzeit wird an einer Reform des Gesetzes gearbeitet. Und wenn demnächst in Pfarrkirchen eine Zweigstelle der Technischen Hochschule mit dem Schwerpunkt Gesundheit eröffnet, soll dort von Vizepräsident Professor Horst Kunhardt auch der Studiengang Telemedizin angeboten werden.


17.12.2014

HIFA Mitglied

One World Medical Network e.V. ist ab sofort Mitglied der internationalen Organisation HIFA (Health Care Information for All / Information über Gesundheitsversorgung für alle).

Das Motto dieser Organisation lautet:
Wir bauen eine Zukunft, in der die Menschen nicht mehr an mangelndem Gesundheitswissen sterben.


31.08.2014

BMZ in Berlin - Tag der Offenen Tür

One World Medical Network nahm am Tag der offenen Tür des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) mit einem eigenen Stand in Berlin teil. Herr Staatssekretär Silberhorn zeigte sich sehr interessiert an der Arbeit von OWMN.